grafische Zierleiste
Dekobild (ältere Dame am Tisch)
grafische Zierleiste

Themenbereich Sucht im Alter - wird laufend ergänzt

1. BZD Absetzen Checkliste

Bevor man sich bei Patienten mit einer langdauernden Benzodiazepinmedikation für (1) eine Dosisreduktion, (2) eine Umstellung oder (3) ein vollständiges Ausschleichen entscheidet, sind zahlreiche Gesichtspunkte zu bedenken. Die Checkliste dient der Überprüfung, ob man alle Aspekte berücksichtigt hat, und sie hilft damit bei der Entscheidung, für welche der drei M öglichkeiten am sinnvollsten ist.

Literatur:
Paquin AM, Zimmerman K, Rudolph JL:
Risk versus risk: a review of benzodiazepine reduction in older adults.
Expert Opin Drug Saf. 2014 Jul;13(7):919-34. doi: 10.1517/14740338.2014.925444
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=PMID%3A+24905348

Wolter DK:
Benzodiazepine absetzen im Alter – wann und wenn ja wie
Z Gerontol Geriatr (im Druck)

2. BZD-Äquivalenzdosen

Bei der Umstellung einer laufenden Benzodiazepinbehandlung von einer Substanz auf eine andere ist es wichtig, mit Dosierungen zu arbeiten, die im Hinblick auf die Wirksamkeit vergleichbar sind. Die Äquivalenztabelle hilft zur Dosisfindung.

3. Benzo-Check

Bei einer längerdauernden Benzodiazepinbehandlung ist es oft strittig, ob ein Missbrauch oder eine Abhängigkeit vorliegen bzw. inwieweit das Medikament schädliche Folgen nach sich zieht. Für die Betroffenen ist es häufig – zumindest am Anfang – kaum nachvollziehbar, dass vielleicht ein Suchtproblem vorliegen könnte. Der Benzo-Check hilft, sich diesen heiklen Fragen anzunähern, ohne dass die Patienten sich gleich stigmatisiert fühlen.
Quelle und Copyright: Dr. med. Rüdiger Holzbach, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie am Klinikum Arnsberg

4. SMAST-G

Der Short Michigan Alcohol Screening Test-Geriatric (SMAST-G) ist ein Screeninginstrument mit hoher Sensitivität für Alkoholabhängigkeit im Alter.

Literatur:

Johnson-Greene D, McCaul ME, Roger P:
Screening for hazardous drinking using the Michigan Alcohol Screening Test-Geriatric Version (MAST-G) in elderly persons with acute cerebrovascular accidents.
Alcohol Clin Exp Res. 2009 Sep;33(9):1555-61. doi: 10.1111/j.1530-0277.2009.00987.x.
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19485968

Naegle MA:
Screening for alcohol use and misuse in older adults: using the Short Michigan Alcoholism Screening Test - Geriatric Version.
Am J Nurs. 2008 Nov;108(11):50-8. doi: 10.1097/01.NAJ.0000339100.32362.d9.
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18946267

Ryou YI, Kim JS, Jung JG, Kim SS, Choi DH:
Usefulness of Alcohol-screening Instruments in Detecting Problem Drinking among Elderly Male Drinkers.
Korean J Fam Med. 2012 May;33(3):126-33. doi: 10.4082/kjfm.2012.33.3.126.
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22787534

5. AUDIT-C

Der AUDIT (Alcohol Use Disorders Identification Test) wurde im Auftrag der WHO als Screening-Instrument zur Erfassung riskanten Konsums entwickelt und 1989 erstmals veröffentlicht; 2001 erschien die Neuauflage (Babor et al. 2001). In der dritten Frage des AUDIT-C wurde die Zahl der „erlaubten“ Drinks von sechs auf fünf reduziert (NIAAA 2005).
Der Fragebogen sollte am besten im Rahmen eines Interviews vom Arzt oder einem anderen Professionellen ausgefüllt werden. Häufig wird er allerdings dem Patienten zum selber Ausfüllen vorgelegt, wofür im amerikanischen Original eine etwas veränderte Version vorgesehen ist. In der Primärversorgung ebenso wie bei stationären Patienten und älteren Menschen hat sich der AUDIT auch in Deutschland als valide erwiesen (Dybek et al. 2006). Die Kurzfassung AUDIT-C mit drei Fragen zum Konsum gilt – auch im Alter (Berks & McCormick 2008) – als ein geeignetes Screeninginstrument mit hoher Sensitivität für riskanten Alkoholkonsum bzw. Alkoholmissbrauch.

Literatur:

Babor TF, Higgins-Biddle JC, Saunders JB, Monteiro MG:
AUDIT. The Alcohol Use disorders Identification Test. Guidelines for Use in Primary Care.
Geneva: WHO/MSD/MSB/01.6a. 2. Edition 2001
Hyperlink: http://www.paho.org/English/DD/PUB/AuditBro-3.pdf

Berks J, McCormick R:
Screening for alcohol misuse in elderly primary care patients: a systematic literature review.
Int Psychogeriatr 2008; 20(6):1090-103
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=PMID%3A+18538045

Dybek I, Bischof G, Grothues J, Reinhardt S, Meyer C, Hapke U, John U, Broocks A, Hohagen F, Rumpf HJ:
The reliability and validity of the Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT) in a German general practice population sample.
J Stud Alcohol 2006; 67(3):473-81
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=PMID%3A+16608159

Diehl A, Mann K:
Früherkennung von Alkoholabhängigkeit. Probleme identifizieren und intervenieren.
Dtsch Arztebl 2005; 102: A 2244–2250 [Heft 33]
Hyperlink: http://www.aerzteblatt.de/pdf.asp?id=48034

NIAAA - National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism (2005): Helping Patients Who Drink Too Much. A clinician’s guide. Updated 2005 edition. Bethesda: NIAAA.
Hyperlink: https://www.niaaa.nih.gov/guide

S3-Leitlinie “Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen”. AWMF-Register Nr. 076-001
Hyperlink: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/076-001.html

6. DIRE-Skala

Bei der Behandlungvon nichttumorbedingten Schmerzen mit Opioidanalgetika kann sich u. U. Ein Missbrauch entwickeln. Risikofaktoren sind im Bereich von vorbestehenden psychischen Störungen, insbesondere Suchterkrankungen, zu suchen, aber auch die Art der Schmerzbeschwerden sowie der bisherige Umgang mit den Schmerzen lassen Rückschlüsse darauf zu, ob die Behandlung mit einem Opioidanalgetikum in Betracht kommt oder eher nicht. Die DIRE-Skala hilft, diese Risikofaktoren systematisch zu ber ücksichtigen.

Literatur
Belgrade MJ, Schamber CD, Lindgren BR:
The DIRE score: predicting outcomes of opioid prescribing for chronic pain.
J Pain. 2006 Sep;7(9):671-81
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=PMID%3A+16942953

 

Zurück zur Übersicht

Letzte Änderung am 12.12.2016 9:45
Copyright © DGGPP e.V. Alle Rechte vorbehalten.