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Dekobild (ältere Dame am Tisch)
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Themenbereich Demenz - wird laufend ergänzt

 

1. Severe MMSE

Severe MMSE Testbogen

Strotzka Severe MMSE DGG Stuttgart 08.09.16

Die Standard-MMSE differenziert bekanntlich schlecht im Bereich beginnender, leichter Demenzen, aber auch auch im Bereich fortgeschrittener, schwerer Demenzen. Während für Screening bzw. Diagnostik leichter Demenzen mittlerweile zahlreiche Instrumente entwickelt wurden, gibt es für fortgeschrittene Demenzen vergleichsweise sehr wenige. Hierfür bietet sich die Severe MMSE an, die durch die Anlehnung an die Standard MMSE intuitiv leicht zu handhaben ist. Die deutschsprachige Version wurde in Wien von Strotzka u. Kollegen evaluiert, das Verfahren wird dort seit einigen jahren mit sehr guten Erfahrungen eingesetzt.

Literatur:
Harrell LE, Marson D, Chatterjee A, Parrish JA:
The Severe Mini-Mental State Examination: a new neuropsychologic instrument for the bedside assessment of severely impaired patients with Alzheimer disease.
Alzheimer Dis Assoc Disord. 2000 Jul-Sep;14(3):168-75.
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=PMID%3A+10994658

Sales MV, Suemoto CK, Nitrini R, Jacob-Filho W, Morillo LS:
A useful and brief cognitive assessment for advanced dementia in a population with low levels of education.
Dement Geriatr Cogn Disord. 2011;32(5):295-300. doi: 10.1159/000335358
Hyperlink: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=PMID%3A+22262084

Strotzka S, Sepandj A, Psota G: Severe Mini Mental State Examination – Neuropsychologie für schwer demente Menschen. Psychopraxis 06/2005: 10-15

 

 

2. Montreal Cognitive Asessment (MoCA)


Das MoCA ist ein Screeningverfahren, das im Bereich leichter kognitiver Beeinträchtigungen besser differenziert als die Standard-MMSE. MoCA steht in zahlreichen Sprachen zur Verfügung; in Englisch gibt es darüber hinaus weitere Versionen (BASIC / BLIND / MINI). Alle Materialien stehen für Fachpersonen auf der MoCA-homepage zum kostenlosen download zur Verf ügung (Registrierung erforderlich).

 

3. Neuropsychologische Batterie des Consortium to Establish a Registry for Alzheimer ’s Disease (CERAD Plus NP).

CERAD Plus NP-Batterie ermöglicht als weitergehende Untersuchung nach dem Screening eine differenzierte Erfassung verschiedener neuropsychologischer Funktionsbereiche. Die Standard-MMSE ist Teil der CERAD Plus NP-Batterie. Die autorisierte deutschsprachige Version steht mit allen Materialien für Fachpersonen auf der homepage der Memory Clinic des Universitätsspitals Basel zum kostenlosen download zur Verfügung (Registrierung erforderlich); hier besteht auch die Möglichkeit der computergestützten Auswertung und Archivierung.

 

4. Instrumente zur Schmerzerkennung bei Demenz

Die Frage, ob Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz an Schmerzen leiden und ob vielleicht Schmerzen die Ursache für herausforderndes Verhalten sind, ist oft schwer zu beantworten. Wegen der eingeschränkten (verbalen) Kommunikationsmöglichkeiten wird auf nichtsprachliche Ausdrucksformen (Mimik, Körperhaltung usw.) zurückgegriffen. In die Beurteilung fließen zwangsläufig subjektive Momente ein, außerdem muss man das ”normale” Verhalten des betreffenden Menschen kennen, und komorbide Erkrankungen können die Intensität des Ausdrucksverhaltens beeinflussen. Aus diesen Gründen lassen sich mit Assessmentinstrumenten keine quasi objektiven ”Schmerzscores” erheben, auch wenn dies manchmal suggeriert wird. Die Schwierigkeiten werden auch dadurch illustriert, dass es weit über 20 verschiedene solcher Assessmentinstrumente gibt. Die Infobox listet auf, welche Instrumente frei zugänglich sind.

Dirk K. Wolter: Schmerzen und Schmerzmittelabhängigkeit im Alter. Die gerontopsychiatrische Perspektive. Stuttgart: Kohlhammer 2017


5. Ein europaweites Netzwerk zum Thema Schmerz und Demenz

Seit 2011 bearbeitet im Rahmen der europäischen Wissenschafts- und Technologiekooperation COST (European Cooperation in Science and Technology) ein europaweites Netzwerk von Experten das Thema Schmerz und Demenz.

 

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Letzte Änderung am 26.01.2017 19:02
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